Intimate Estrangement
Intimate Estrangement

von 27.08. bis 27.09. 2020 27.08.2020, 18:00 Uhr : Eröffnung der Ausstellung Intimate Estrangement, Mikro, Zürich 11.09.2020, 21 Uhr : Eröffnung der Estrangement Sessions am Zurich Art Weekend, Mikro off-space, Zürich 25.-27.09.2020 Estrangement Sessions schwarzescafé | Löwenbräukunst und Mikro off-space, Zürich
Mikro off-space
Shiloquai 125
CH-8005 Zürich
Intimate Estrangement ist ein Ausstellungsprojekt, das untersucht, wie Unordnung / Erkrankung (engl. disorder), eine Störung oder eine nicht-normalisierte Perspektive neue Kenntnisse, Einsichten und Verhaltensweisen fördern können. Es hat das Format einer Ausstellung und einer Reihe von Veranstaltungen namens Estrangement Sessions. Das Projekt Intimate Estrangement ist inspiriert 1) durch den Text Where is the concept? (localisation, ramification, navigation) des iranischen Philosophen Reza Negarestani, der darüber nachdenkt, wie Brüche in gegebenen Systemen zu einer Neubewertung und Neuinterpretation des Gegebenen und Möglichen innerhalb dieses Systems führen und schließlich neue mögliche Wege sichtbar macht. Und 2) mit dem Zitat “Entfremdung ist eine Wirkung und Funktion der Möglichkeit, Freiheit aufzubauen” aus dem Manifest Xenofeminismus: Eine Politik für die Entfremdung (Alienation) von Laboria Cuboniks. Die Dringlichkeit, Entfremdung (Alienation) als emanzipatorische Strategie im Jahr 2020 neu zu bewerten, hängt mit aktuellen Ereignissen wie der feministischen Bewegung, der LGBTQI+-Bewegung, der Klimabewegung und in jüngerer Zeit der Covid-19-Pandemie und der BIPOC-Bewegung und der von ihnen geförderten Visualisierung struktureller Ungleichgewichte zusammen und führt uns zu der Überzeugung, dass gesellschaftlich konstruierte Normen untersucht, un-geordnet (dis- ordered) und nicht als gegeben akzeptiert werden sollten. Die Ausstellung Intimate Estrangement, kuratiert von der schwedischen Kuratorin Sofia Wickman im Mikro, Zürich, ist eine Liebeserklärung an das Fremde, an das Außerirdische, sei es in dieser Gesellschaft oder in unserem Selbst. An etwas, das uns die Außenwelt vielleicht geraten hat, wegzuwerfen... Wie der Titel schon andeutet, lädt Intimate Estrangement zu einer Reise ins Innerste ein, während wir drei Perspektiven durch drei verschiedene intime und sinnliche Werke begleiten. Das erste Werk besteht aus Kompositionen klanglicher Spuren, aus diskretisierter Erinnerungen, so genannten musikalischen Meta-Erzählungen von Katrina Burch (Mitglied von Laboria Cuboniks). Das zweite Werk ist eine spielerische Kombination von Materialien, die von Christopher Füllemann in anthropomorphe Formen übersetzt wurden. Beide dieser Werke präsentieren sich in einer prickelnden Rasen-Installation, die dazu auffordert, das Erwartete, das Bekannte aufzugeben, um nach einem anderen Ansatz des Seins, Denkens und Navigierens zu suchen, von Yael Wicki. Für die Estrangement Sessions, einer Vielzahl von Performances, Vorträgen und einem Rollenspiel mit 3 Workshops wurden von den Kuratorinnen Giulia Busetti und Yael Wicki weitere Perspektiven eingeladen, um unseren Horizont darüber, was Entfremdung sein kann, spielerisch zu kontextualisieren und zu vertiefen: Rafał Pierzyński erforscht die Verbindung zwischen menschlichem Körper, Geist und Raum durch die erweiterte Idee des Berührens und Berührtseins. In einer humorvoll-poetischen Lesung untersucht Martina Mächler den Black-Box-Raum, der das schwarzescafé | Löwenbräukunst ist, die Beziehung zwischen Mobiliar, Besucher und Raum. Reza Negarestani wird einen Vortrag mit dem Titel Human Re-Cognized, Lifeform Re-Made halten. Während Nagi Gianni Vertigo im Zusammenhang mit der menschliche Fortbewegung untersucht, indem er dem menschlichen Körper moderne Stelzen hinzufügt und damit eine "designierte Entfremdung" herbeiführt. Gefolgt Patricia Reeds (Mitglied von Laboria Cuboniks) Vortrag über die Bedeutung des Unbekannten und der perspektivische Neuformatierung. Zum Abschluss des Teils im sschwarzescafé | Löwenbräukunst sehen wir uns gemeinsam Johanna Bruckners Werk Molecular Sex an: In Anlehnung an die Schriften von Karen Barad fragt das Projekt, wie die Molekularisierung und Unbestimmtheit des Seins heute queere und hybride Zukünfte prägen könnte, die besser auf die aktuellen technologischen, politischen und ökologischen Veränderungen vorbereitet sind.
Zur Webseite (dis-order.info)
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